Die Gesundheit des Hundes hängt zum Wesentlichen von einer ausgewogenen Ernährung ab. In der jüngsten Zeit ist es allgemein üblich geworden, den Haushund mit Fertigprodukten zu füttern. Sicherlich ist es sehr bequem, eine Dose zu öffnen oder aus dem großen Vorratssack eine seinem Körpergewicht entsprechende Dosierung in den Napf zu schütten – Wasser dazu reichen – und fertig ist die Versorgung. Es haben sich gar neue Bezeichnungen entwickelt, wie Trockenfutter, Feuchtfutter oder Nassfutter.

 

Ich halte diese Art der Fütterung für unvertretbar, wenn man seinen Hund artgerecht halten will. Ein wenig mehr Zeit und Aufwand sollte man ihm schon zukommen lassen. Die ausschließliche Trockenfütterung hat definitiv negative Folgen: Der Magen des Hundes erhält konstant die gleiche Konsistenz Futter – einen mehr oder weniger aufgeweichten Brei. Frißt der Hund nun irgendwann einmal etwas anderes, bekommt er ein Stück Fleisch oder findet sonst etwas, dass er für lecker hält, reagiert sein Verdauungssystem mit Alarm – er übergibt sich oder bekommt Durchfall. Ein so unnatürlich gefütterter Hund ist eigentlich krank! Er wird auch immer Heißhunger haben und lungern, obwohl er satt ist, vielleicht sogar rundlich, denn die Gier nach etwas, das gut riecht und schmeckt bleibt.

 

Der Hund hat einen ausgeprägt guten Geruchssinn, über den auch der Geschmack gesteuert wird.

 

In freier Wildbahn sucht der Hund ständig nach Nahrung. Er stöbert und jagt und findet allerlei Freßbares und ganz natürlich erhält er so eine abwechslungsreiche Ernährung. Er würde vom gejagten Rehwild bis hin zur ausgegrabenen Maus alles fressen. Er frißt übrigens nicht nur Fleisch. Erlegt er ein größeres Tier, frißt er zunächst Magen- und Darminhalt. So erklärt sich auch, warum ein Hund mit Vorliebe Kaninchenködel oder gar Kuhfladen frißt – beides stammt von reinen Pflanzenfressern und ist fermentiertes Gemüse. Sicherlich finden wir dies nicht besonders appetitlich, aber der Hund sollte dafür nicht ausgeschimpft werden, es reicht, wenn man ihn davon abhält, denn schließlich ist er, wenn er bei uns lebt, ein „zivilisierter Hund“ und auch für ihn sind die Zeiten der Höhlenbewohner vorbei.

 

Ich empfehle hier eine gesunde, artgerechte Fütterung.

 

Das Hauptfutter besteht zu je einem Drittel aus Fleisch, Gemüse und Füllstoffen.

 

 

Fleisch

 

Rindfleisch

Suppenfleisch, durchwachsenes (günstiges) Gulasch, gemischtes Rinderhack (gemischt bezieht sich auf Fett und Fleisch)

 

Schweinefleisch

am Schlachttag kann man bei einigen Fleischern Schweineschlund (nur gekocht) bekommen, teilweise mit  Herz und Lunge. Schweinefleisch darf nur gekocht verfüttert werden, da es einen Virus im Schwein geben kann, der für den Hund tötlich wäre (dem Menschen nicht schadet). Leckerbissen sollten ebenfalls nicht aus geräuchertem Schweinefleisch bestehen (Schinken, Mettwurst z.B.).

 

Geflügel

Hähnchen oder Putenschenkel sind recht günstig

(nur ohne Knochen)

 

Fisch

gefrorenes Fischfilet ist im Supermarkt günstig (grätenfrei)

 

Innereien

Rinderherz, Rinderleber, Hähnchenmägen, Putenleber, weiße oder grüne Pansen

 

Eier

einmal in der Woche sollte ein rohes Ei gefüttert werden, ein großer Hund verträgt auch zweimal (angeblich bringt das Ei Glanz ins Fell). Einige Hunde fressen auch gern hin und wieder ein hartgekochtes Ei, Rührei eignet sich auch.

 

Knochen

Nur Rinder- oder Kalbsknochen geben. Fragen Sie Ihren Fleischer nach gesägten Sandknochen. Das ist die Gelenkkugel des Rinderbeines, die in Stücke gesägt wurde. Der Hund frißt den Knochen bis auf den harten Röhrenknochenteil (diesen sollte man ihm wegnehmen, damit er ihn nicht schluckt) gänzlich auf. Kalbskugelknochen mit Knorpel und Fleißresten sind ebenfalls eine Freude für den Hund.

 

Die Knochen sind Nahrung, liefern dem Hund Calcium, reinigen seine Zähne, kräftigen den Kiefern und beschäftigen ihn über Stunden.

 

Absolut verboten für den Hund sind Geflügelknochen und Schweineknochen. Selbst ein runder Beinknochen vom Schwein splittert, wenn der Hund ihn zerbeißt – der Rinderknochen splittert nicht, er krümelt. Es mag viele Male gut gehen – in der Natur würde er selbstverständlich auch Geflügelknochen fressen, aber wenn er Pech hat, setzt sich ein Splitter im Magen oder Darm fest.

 

 

Gemüse                    

Karotten, Kartoffeln, Blumenkohl, Grünkohl, Spinat, Linsen und vieles mehr

 

 

Füllstoff                    

Reis, Nudeln, Haferflocken

 

 

Leckerbissen                      

Käse, Leberwurstbrot – mögen alle Hunde! Süßes möglichst gar nicht.